13. August 2026

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Energieeffizienz, Gebäude, Industrie

Electrification Action Plan: Warum Energieeffizienz der Schlüssel für Europas erfolgreiche Elektrifizierung ist

Visualisierung des EAP

Was ist der Electrification Action Plan?

Der Electrification Action Plan ist eine Mitteilung der Europäischen Kommission, in der sie ihre politischen Pläne, Ideen und Strategien zur Steigerung der Elektrifizierung insbesondere in den Sektoren Gebäude, Industrie und Verkehr darlegt. Ziel ist es, den Anteil von Strom am Endenergieverbrauch in Europa deutlich zu erhöhen und gleichzeitig den Einsatz fossiler Energieträger zu reduzieren, um die Importabhängigkeit zu senken. Hierfür schlägt die Kommission politische Maßnahmen, Investitionsanreize und regulatorische Reformen vor.  

Der Action Plan versteht Elektrifizierung ausdrücklich nicht als Selbstzweck. Vielmehr soll sie 

  • die Wettbewerbsfähigkeit Europas stärken,  
  • Energieimporte reduzieren,  
  • Strompreise langfristig stabilisieren,  
  • Innovation fördern,  
  • industrielle Wertschöpfung in Europa sichern,  
  • Emissionen senken, 
  • Luftverschmutzung reduzieren, 
  • gesundheitliche Verbesserungen bewirken 
  • und den Übergang zu einem klimaneutralen Energiesystem unter Beachtung sozialer Aspekte beschleunigen.  

Stand des Electrification Action Plan 

  • offizieller Action Plan der EU-Kommission ist veröffentlicht 
  • indikatives Elektrifizierungsziel bis 2040 
  • Maßnahmen für Strompreise, Netze, Gebäude und Industrie 
  • konkrete Umsetzungsmaßnahmen teilweise noch ausstehend 
  • DENEFF fordert stärkere Verankerung von Energieeffizienz 

Was bedeutet Elektrifizierung?

Unter Elektrifizierung versteht man die Umstellung fossiler Anwendungen auf strombasierte Technologien – sprich die Umstellung der Nutzung von Gas, Öl, Kohle und weitere fossile Antriebsstoffe u.a. im Gebäude-, Verkehrs- und Industriesektor auf die Nutzung von Strom in denselben Anwendungsfällen. Der Ausbau von erneuerbaren Energien ist dabei entscheidend, damit die Elektrifizierung auch die erwünschte Emissionsreduktionswirkung ausübt. 

Beispiele sind: 

Fossile Technologie  Elektrische Alternative 
Gasheizung im Wohngebäude  Wärmepumpe oder Wärmelieferung 
Ölkessel im Wohngebäude  Wärmepumpe oder Wärmelieferung 
Gaskessel im Industrieunternehmen  Industrielle Hochtemperaturwärmepumpe, Elektrodenkessel, etc. 
Fossile Industrieöfen  Widerstandsheizung, Elektroöfen, Elektrolichtbogenöfen, etc. 
Verbrennungsmotor  Elektrofahrzeug 

Tatsächlich sind bereits viele strombasierte Alternativen technisch vorhanden und marktreif. Einige Alternativen beweisen bereits jetzt strategische Kostenvorteile gegenüber den fossil-betriebenen Technologien auf, von denen sowohl Privatpersonen, als auch Unternehmen direkt profitieren. 

(Quelle: EU-Kommission: Electrification Action Plan (COM(2026)595), Kapitel „Objectives" und Einleitung)

Warum Europa auf Elektrifizierung setzt 

Der Electrification Action Plan ist eine Reaktion auf mehrere strukturelle Herausforderungen, die sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft haben. 

Dazu zählen insbesondere: 

  • hohe Energiepreise,  
  • geopolitische Unsicherheiten, die zu Preisschocks an Tankstellen und auf der Energierechnung führten, 
  • die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten, 
  • das zunehmende Risiko von gestörten Lieferketten bei der Energieversorgung, 
  • steigender Strombedarf durch Digitalisierung und KI,  
  • sowie der internationale Wettbewerb um Zukunftstechnologien.  

Die Europäische Kommission macht deutlich, dass Energiepolitik heute nicht mehr isoliert betrachtet werden kann. Sie wird zunehmend Teil einer umfassenden Strategie zur Sicherung wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit und strategischer Souveränität. 

Ein industriepolitisches Programm 

Eine der auffälligsten Entwicklungen des Action Plans ist sein industriepolitischer Fokus. Während frühere Strategien häufig den Klimaschutz in den Mittelpunkt stellten, betont der Electrification Action Plan insbesondere 

  • Wettbewerbsfähigkeit,  
  • Versorgungssicherheit,  
  • Innovationsfähigkeit,  
  • Resilienz europäischer Wertschöpfungsketten.  

Elektrifizierung soll Investitionen in europäische Zukunftstechnologien auslösen und Märkte für Wärmepumpen, Speicher, Netzinfrastruktur, Digitalisierung und industrielle Elektrifizierung stärken. Ziel ist auch der Aufbau und die Ausweitung heimischer Wertschöpfungsketten bei strombasierten Technologien, um zukunftssichere Areitsplätze zu schaffen. Gleichzeitig soll die Abhängigkeit von fossilen Importen deutlich sinken.  

Das Elektrifizierungsziel bis 2040 

Ein zentrales Element des Action Plans ist das vorgeschlagene indikative Elektrifizierungsziel von 46 Prozent bis 2040. Gemeint ist der Anteil von Strom am Endenergieverbrauch der Europäischen Union. Der jetzige Anteil liegt bei rund 23 Prozent in der Europäischen Union. In China, Korea und Japan ist der Anteil in den letzten Jahren stark gestiegen – auf mittlerweile über 30 Prozent. 

Die Kommission begründet dieses Ziel mit mehreren Vorteilen: 

  • geringere Importabhängigkeit,  
  • niedrigere Energiekosten,  
  • höhere Energieproduktivität,  
  • mehr Investitionssicherheit,  
  • zusätzliche Arbeitsplätze in europäischen Zukunftsbranchen.  

Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass Elektrifizierung nur gemeinsam mit einem beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien sowie einer höheren Energieeffizienz funktionieren kann. 

(Quelle: EU-Kommission Electrification Action Plan (2026); Pressemitteilung der EU-Kommission (2026)) 

Warum Energieeffizienz über den Erfolg des Electrification Action Plan entscheidet 

Der Action Plan verwendet mehrfach den Begriff "efficient electrification". Damit erkennt die Europäische Kommission grundsätzlich an, dass Elektrifizierung möglichst effizient erfolgen muss. Dennoch bleibt vielerorts offen, wie dieses Prinzip praktisch umgesetzt werden soll.  

Die Steigerung der Energieeffizienz ist so zentral, da sie darüber entscheidet, wie stark das Stromsystem inkl. erneuerbarer Energieanlagen (u.a. PV- und Windanlagen), Stromnetzen auf allen Spannungsebenen, Transformatoren, Umspannwerke, etc. ausgebaut werden muss. So zeigt die Studie der Hochschule Niederrhein (2026) beispielsweise, dass im bislang überwiegend fossil betriebenen industriellen Prozesswärmebereich ein Einsparpotenzial von 49 Prozent realisierbar ist. Rund 209 von 446 TWh/Jahr könnten damit eingespart werden. Jedoch werden davon nur 42 TWh durch die unmittelbare Umstellung von Gas auf Strom realisiert. Der überwiegende Großteil wird durch klassische Effizienzmaßnahmen wie Isolierung, Wärmerückgewinnung, Abwärmenutzung, optimierte Steuerung, etc. gehoben. Würde die EU-Kommission auf eine reine Elektrifizierung setzen – ohne die Energieeffizienz im Blick zu haben – müsste das Stromsystem eine zusätzliche vermeidbare Kapazität von 167 TWh/Jahr allein für die Elektrifizierung der industriellen Prozesswärme in Deutschland bereitstellen. Dies würde die Systemkosten massiv steigern und sich auch mittelbar auf den Strompreis auswirken. 

Was bedeutet "Energy Efficiency First"? 

Das Prinzip Energy Efficiency First ist bereits in der europäischen Energieeffizienzrichtlinie (Energy Efficiency Directive, EED) verankert. Es besagt: 

Bevor neue Energieerzeugungs- oder Netzinfrastruktur geschaffen wird, soll geprüft werden, ob derselbe Nutzen kostengünstiger durch Energieeffizienzmaßnahmen oder Lastmanagement erreicht werden kann. Dieses Prinzip verändert den Blick auf die Energiewende grundlegend. 

  • Die zentrale Frage lautet nicht mehr: "Wie erzeugen wir möglichst viel zusätzlichen erneuerbaren Strom?" 
  • Sondern: "Wie vermeiden wir unnötigen Strombedarf, um die Ausbaukosten zu reduzieren?" 

Gerade bei der Elektrifizierung industrieller Prozesswärme oder der Wärmeversorgung von Gebäuden entscheidet diese Reihenfolge über Milliardeninvestitionen in Netze, Kraftwerke und Speicher. 

Energieeffizienz senkt nicht nur den Verbrauch – sondern auch die Systemkosten 

Ein häufig unterschätzter Aspekt besteht darin, dass Energieeffizienz weit mehr bewirkt als niedrigere Energiekosten einzelner Verbraucher. Sie reduziert gleichzeitig: 

  • notwendige Netzverstärkungen,  
  • Anschlussleistungen,  
  • Spitzenlasten,  
  • Reservekapazitäten,  
  • staatliche Förderbedarfe  
  • und langfristig auch Netzentgelte.  

Wie sieht die DENEFF das? Energieeffizienz darf nicht als ergänzende Klimaschutzmaßnahme verstanden werden, sondern als wirtschaftliches Steuerungsinstrument für ein bezahlbares Energiesystem. Wird dieser Zusammenhang vernachlässigt, drohen steigende Stromnachfrage, höhere Infrastrukturkosten und eine zunehmende Belastung öffentlicher Haushalte durch notwendige Subventionen. Dies würde sich mittelbar auf Strompreise und Steuerlasten auswirken. 

Vier politische Stellschrauben 

Aus Sicht der DENEFF sollte der Electrification Action Plan insbesondere in vier Bereichen nachgeschärft werden: 

Handlungsfeld  Ziel 
Energy Efficiency First verbindlich anwenden  Infrastruktur und Förderpolitik an Effizienz ausrichten 
Netzentgelte reformieren  Flexible und effiziente Elektrifizierung belohnen 
Strompreissubventionen an Umsetzung von Effizienzmaßnahmen abhängig machen  Effiziente Elektrifizierung belohnen 
Leitmärkte schaffen  Europäische Effizienztechnologien schneller skalieren 

Diese vier Punkte zeigen, dass erfolgreiche Elektrifizierung weit über den Austausch fossiler Technologien hinausgeht. Sie erfordert einen systemischen Ansatz, der Effizienz, Flexibilität und Innovation miteinander verbindet.

(Quelle: DENEFF-Stellungnahme zum Electrification Action Plan (2025); DENEFF-Pressemitteilung vom 16.07.2026) 

Die wichtigsten Maßnahmen des Electrification Action Plans 

Der Electrification Action Plan bündelt zahlreiche politische Maßnahmen, mit denen die Europäische Kommission die Elektrifizierung in Europa beschleunigen möchte. Im Mittelpunkt stehen regulatorische Reformen, Investitionsanreize und der Abbau struktureller Hemmnisse, die den Einsatz elektrischer Technologien bislang erschweren. Dabei verfolgt die Kommission einen sektorübergreifenden Ansatz, der Gebäude, Industrie, Verkehr und das Energiesystem gleichermaßen in den Blick nimmt.  

Der Electrification Action Plan ist kein einzelnes Förderprogramm, sondern ein umfassender politischer Rahmen, der Marktbedingungen, Infrastruktur und Investitionsanreize gleichzeitig verändern soll. 

Was sieht die EU konkret vor? 

  • den EU-ETS 1 zu reformieren und Mitgliedstaaten zu motivieren, ETS-Einnahmen für die Dekarbonisierung der Industrie aufzuwenden, 
  • die freie Zuteilung von CO2-Zertifikaten an Investitionen in Maßnahmen zur Emissionsreduktion inkl. der Elektrifizierung zu knüpfen, 
  • eine Industriedekarbonisierungsbank mit einem Budget von 100 Milliarden Euro inkl. eines 30 Milliarden Euro starken ETS Investitionsboosters zu schaffen, die wiederum Investitionen in Elektrifizierungsmaßnahmen, Netzanschlüsse, betriebsinterne Managementsysteme, Strom- und Wärmespeicher anreizen sollen, 
  • die Prozesswärme-Auktion mit einem Budget von 1 Milliarde Euro als Ergänzung der Wasserstoff-Auktion ein zweites Mal zu starten, 
  • die Möglichkeit eines Mechanismus auf EU-Ebene zu prüfen, der den industriellen Strombedarf bündelt und den Zugang zu diversifizierten, kohlenstoffarmen Energiequellen verbessert, um die mit Stromabnahmeverträgen (sog. PPAs) verbundenen finanziellen Risiken zu verringern 
  • das Potenzial und die Barrieren für die Nutzung direktelektrischer Technologien inkl. Wärmespeicher für unterschiedliche Industriezweige und Regionen zu untersuchen, 
  • industriesektorspezifische Elektrifizierungs-Roadmaps entlang der Wertschöpfungskette gemeinsam mit Anwendern, Anbietern und Mitgliedstaaten zu entwickeln, 
  • und mit der Industrie zusammenzuarbeiten, um cluster-basierte Partnerschaften für die Elektrifizierung und Abwärmenutzung an Industriestandorten zu entwickeln. 

Strom als wettbewerbsfähiger Energieträger etablieren 

Ein zentrales Anliegen der Kommission besteht darin, Strom im Vergleich zu fossilen Energieträgern wirtschaftlich attraktiver zu machen. Obwohl die Kosten für erneuerbare Stromerzeugung in den vergangenen Jahren deutlich gesunken sind, verteuern Netzausbau, Netzentgelte, Steuern und Abgaben den Strompreis vielerorts erheblich. Gleichzeitig profitieren fossile Energieträger in einigen Mitgliedstaaten weiterhin von steuerlichen Vorteilen oder (in-)direkten Subventionen.  

Der Action Plan sieht deshalb unter anderem vor, 

  • Abgaben und Steuern auf Strom zu überprüfen und gezielt zu senken,  
  • fossile Subventionen schrittweise abzubauen,  
  • die Strom-Gas-Preisrelation von 3:1 auf 2:1 zu verbessern,  
  • Investitionssicherheit für elektrifizierte Anwendungen zu erhöhen.  

Damit verfolgt die Kommission ein klares Ziel: Unternehmen und Verbraucher sollen sich künftig nicht nur aus klimapolitischen Gründen, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht für elektrische Lösungen entscheiden. 

Warum das Preisverhältnis allein nicht ausreicht 

Ein günstigerer Strompreis schafft zwar wichtige Investitionsanreize, löst aber nicht automatisch die strukturellen Herausforderungen der Energiewende. 

Steigt der Stromverbrauch schneller als die Effizienz der Anwendungen, wachsen gleichzeitig 

  • der Ausbaubedarf der Stromnetze,  
  • die erforderlichen Erzeugungskapazitäten,  
  • der Bedarf an Speichern,  
  • und langfristig auch die Systemkosten.  

Preisentlastungen mit Investitionen sollten an eine effiziente Transformation verknüpft werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sinkende Strompreise zwar die Nachfrage erhöhen, gleichzeitig aber erhebliche Folgekosten im Energiesystem verursachen. Aus diesem Grund sollte der Grundsatz „Energieeffizenz zuerst" an jedem Punkt berücksichtigt werden.

Netze intelligent statt ausschließlich größer planen 

Die zunehmende Elektrifizierung stellt Europas Stromnetze vor erhebliche Herausforderungen. Wärmepumpen, Elektromobilität und elektrifizierte Industrieprozesse erhöhen die Nachfrage nach Netzkapazität – insbesondere in Zeiten hoher Last. 

Der Action Plan sieht deshalb Reformen vor, die den Netzausbau beschleunigen und gleichzeitig eine effizientere Nutzung bestehender Infrastruktur ermöglichen. Dazu gehören unter anderem 

  • eine Reform der Netzentgelte,  
  • eine bessere Koordinierung von Netzplanung und Elektrifizierung,  
  • die stärkere Nutzung digitaler Netztechnologien 
  • sowie Maßnahmen zur Flexibilisierung des Stromsystems.  

Die günstigste Kilowattstunde Netz ist die, die nicht gebaut werden muss 

Netze werden in der öffentlichen Debatte häufig als alternativlose Voraussetzung der Energiewende betrachtet. Tatsächlich lassen sich viele Netzinvestitionen jedoch vermeiden oder zeitlich verschieben, wenn Gebäude, Industrieanlagen und technische Systeme ihren Stromverbrauch flexibler und effizienter gestalten. 

Beispiele sind: 

  • intelligente Lastverschiebung durch eine zunehmende Flexibilisierung,  
  • Energiemanagementsysteme,  
  • Batteriespeicher,  
  • thermische Speicher,  
  • effiziente Produktionsprozesse,  
  • Abwärmenutzung,  
  • gebäudeintegrierte Speicherlösungen.  

Sie reduzieren Leistungsspitzen und senken damit den Bedarf an zusätzlicher Netzkapazität. 

Aus Sicht der DENEFF sollte die Reform der Netzentgelte deshalb gezielt Investitionen in Flexibilität und Energieeffizienz belohnen, anstatt ausschließlich den Ausbau physischer Infrastruktur zu finanzieren.  

Klassischer Ansatz  Systemischer Ansatz 
Mehr Strombedarf führt zu Netzausbau  Effizienz reduziert zusätzlichen Netzbedarf 
Fokus auf Infrastruktur  Fokus auf Infrastruktur und Nachfragesteuerung 
Höhere Investitionskosten  Niedrigere Systemkosten 
Reaktive Planung  Vorausschauende Planung 

Gebäude: Elektrifizierung und Sanierung gemeinsam denken 

Im Gebäudesektor setzt der Electrification Action Plan insbesondere auf den beschleunigten Einsatz von Wärmepumpen. Gleichzeitig hebt die Kommission hervor, dass diese möglichst mit Gebäudesanierungen, Photovoltaik, Speichern und intelligenter Steuerung kombiniert werden sollten.  Diese Verknüpfung ist von zentraler Bedeutung. 

Eine Wärmepumpe in einem energetisch schlechten Gebäude benötigt deutlich mehr Strom als dieselbe Anlage in einem gut sanierten Gebäude. Gleichzeitig steigen Anschlussleistung, Netzbelastung und Betriebskosten. 

Deshalb spricht die Kommission ausdrücklich von "efficient electrification" – also einer Elektrifizierung, die Effizienzmaßnahmen einschließt. 

Sanierung ist keine Konkurrenz zur Wärmepumpe 

In der öffentlichen Diskussion werden energetische Sanierung und Wärmepumpen häufig gegeneinander ausgespielt. Tatsächlich ergänzen sich beide Maßnahmen. 

Eine verbesserte Gebäudehülle 

  • reduziert den Heizwärmebedarf,  
  • ermöglicht kleinere Wärmepumpen,  
  • senkt Stromverbrauch und Betriebskosten,  
  • entlastet Stromnetze,  
  • erhöht den Wohnkomfort.  

Die DENEFF begrüßt deshalb ausdrücklich, dass der Action Plan beide Maßnahmen gemeinsam betrachtet. Gleichzeitig sollte dieser integrierte Ansatz nach ihrer Auffassung stärker in Förderprogrammen und regulatorischen Vorgaben verankert werden.  

Die wirtschaftlichste Wärmepumpe ist häufig nicht die leistungsstärkste, sondern diejenige, die ein energetisch optimiertes Gebäude versorgt.

Industrie: Dekarbonisierung braucht mehr als grünen Strom 

Auch für die Industrie setzt der Electrification Action Plan wichtige Impulse. Vorgesehen sind unter anderem neue Förderinstrumente für elektrische Prozesswärme, die zweite Industrial Heat Auction ("Heat Bank IF26") sowie Initiativen zur besseren Nutzung industrieller Abwärme.  

Gerade die Prozesswärme gilt als einer der schwierigsten Bereiche der industriellen Dekarbonisierung. Viele Produktionsprozesse basieren bislang auf Erdgas oder anderen fossilen Energieträgern. 

Die Elektrifizierung eröffnet hier neue Möglichkeiten – beispielsweise durch: 

  • industrielle Großwärmepumpen,  
  • Elektrokessel,  
  • elektrische Hochtemperaturprozesse mittels Elektrolichtbogenöfen, Widerstandsheizungen, Induktionsheizungen und weitere Power-to-Heat-Anwendungen, 
  • In Kombination mit Wärmespeichern und einem intelligenten, digitalen Managementsystem zur Steigerung der betriebsinternen Flexibilität. 

Effizienz entscheidet über die Wirtschaftlichkeit 

Förderprogramme für Prozesswärme sollten demnach möglichst technologieoffen gestaltet werden und Effizienzmaßnahmen müssen systematisch berücksichtigen. 

Dazu zählen insbesondere: 

  • Wärmerückgewinnung und Abwärmenutzung,  
  • Wärmespeicher,  
  • digitale Prozesssteuerung,  
  • Energiemanagement,  
  • technische Isolierung,  
  • hocheffiziente Pumpen und Armaturen.  

Denn jede vermiedene Kilowattstunde Prozessenergie reduziert nicht nur Energiekosten, sondern verbessert gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit elektrischer Lösungen. 

Die DENEFF verweist darauf, dass allein in Deutschland erhebliche Einsparpotenziale in der Industrie bestehen (40 Prozent über alle Anwendungsbereiche inkl. Wärme und Strom und 49 Prozent im Bereich der industriellen Prozesswärme) und Investitionen in effiziente Prozesswärmetechnologien Energiekosten in Höhe von 29 Milliarden Euro pro Jahr vermeiden können. Gleichzeitig bieten diese Technologien erhebliche Wachstumschancen für den europäischen Industriestandort. Sie könnten den Markt allein in Deutschland um den Faktor 18 steigern und damit fast bis zu eine Million zusätzliche Arbeitsplätze kreieren. Aktuell sind rund 60 Tausend Arbeitskräfte in diesem marktsegment beschäftigt. 

Industrielle Elektrifizierung ist besonders erfolgreich, wenn Förderinstrumente nicht allein den Energieträger wechseln, sondern die gesamte Energieeffizienz eines Prozesses verbessern. 

Energiedienstleistungen können Investitionshemmnisse überwinden 

Viele Unternehmen oder Gebäudeeigentümer verfügen zwar über wirtschaftlich sinnvolle Elektrifizierungsoptionen, scheuen jedoch die erforderlichen Anfangsinvestitionen oder den organisatorischen Aufwand. 

Hier können neue Geschäftsmodelle ansetzen, beispielsweise 

  • Heat-as-a-Service,  
  • Energy-as-a-Service,  
  • Contracting,  
  • Social Contracting im Mietwohnungsbereich. 

Diese Modelle ermöglichen es Investitionen, Betrieb und Effizienzgarantien durch spezialisierte Dienstleister zu übernehmen und damit Investitionsbarrieren zu reduzieren. 

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen sowie die Wohnungswirtschaft können solche Modelle den Zugang zu effizienter Elektrifizierung erheblich erleichtern. Die DENEFF empfiehlt deshalb Energiedienstleistungen im weiteren politischen Prozess stärker als eigenständigen Transformationshebel zu berücksichtigen.  

(Quelle: EU-Kommission Electrification Action Plan (2026))

Zwischenfazit 

Der Electrification Action Plan setzt wichtige Impulse, um die Elektrifizierung in Europa zu beschleunigen. Besonders hervorzuheben sind die stärkere industriepolitische Ausrichtung, die geplante Reform von Strompreisen und Netzentgelten sowie die Förderung elektrischer Anwendungen in Industrie und Gebäuden. 

Aus Sicht der DENEFF wird der Plan jedoch erst dann sein volles Potenzial entfalten, wenn Energieeffizienz konsequent als strategisches Steuerungsinstrument verstanden wird – nicht nur zur Senkung des Energieverbrauchs, sondern als Voraussetzung für ein bezahlbares, resilientes und wettbewerbsfähiges Energiesystem. Genau darin liegt der Unterschied zwischen mehr Elektrifizierung und effizienter Elektrifizierung. 

Was bedeutet der Electrification Action Plans für die unterschiedlichen Akteure? 

Der Electrification Action Plan kann nicht nur den Ausbau elektrischer Technologien beschleunigen, sondern auch Investitionsentscheidungen, Marktstrukturen und politische Rahmenbedingungen verändern. Seine Wirkung reicht deshalb weit über die Energiepolitik hinaus. 

Ob die angestrebte Elektrifizierung tatsächlich zu mehr Wettbewerbsfähigkeit und geringeren Energiekosten führt, hängt maßgeblich davon ab, wie konsequent Energieeffizienz, Flexibilität und Systemintegration in die Umsetzung einbezogen werden. 

Was bedeutet der Electrification Action Plan für die Industrie? 

Für die Industrie eröffnet der Electrification Action Plan neue Perspektiven. Steigende CO₂-Kosten, volatile Gaspreise und geopolitische Unsicherheiten erhöhen den Druck, Produktionsprozesse schrittweise zu elektrifizieren. 

Gleichzeitig entstehen neue Fördermöglichkeiten für Prozesswärme, industrielle Wärmepumpen und innovative Technologien. Die angekündigte zweite Industrial Heat Auction mit einem Budget von einer Milliarde Euro sowie die geplante EU-Initiative zur Nutzung industrieller Abwärme können hierfür wichtige Impulse setzen.  

Für Unternehmen bedeutet dies jedoch mehr als den Austausch einzelner Anlagen. 

Eine erfolgreiche Transformation erfordert häufig 

  • eine umfassende Analyse der Energieflüsse mittels Energiemanagementsystemen nach ISO 50001,  
  • die Optimierung bestehender Prozesse inkl. der Vermeidung von Abwärme,  
  • den Einsatz von Speichern und weiteren Lastmanagementmaßnahmen 
  • sowie eine stärkere Nutzung bislang ungenutzter und technisch unvermeidbarer Abwärme.  

Gerade energieintensive Unternehmen können dadurch ihre Betriebskosten langfristig senken und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. 

Welche Auswirkungen hat der Electrification Action Plan auf Gebäude? 

Auch für Eigentümerinnen und Eigentümer sowie die Wohnungswirtschaft verändert sich der Blick auf energetische Modernisierung. 

Der Electrification Action Plan macht deutlich, dass Wärmepumpen, Photovoltaik, Speicher und Gebäudesanierung künftig stärker zusammengedacht werden sollen. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten, Energiekosten dauerhaft zu senken und gleichzeitig den Wert von Immobilien zu sichern.  

Für Wohnungsunternehmen gewinnt dabei insbesondere die Frage an Bedeutung, wie Investitionen wirtschaftlich umgesetzt werden können. 

Energiedienstleistungsmodelle wie Lieferung von Wärme/Strom/Kälte,Decarbonization as a Service , Social Contracting,  

können Investitionshemmnisse abbauen und gleichzeitig sicherstellen, dass Einsparungen risikoarm erreicht werden. 

Gerade bei größeren Wohnungsbeständen eröffnet dies neue Möglichkeiten, die Transformation planbarer und finanzierbarer zu gestalten. 

Folgen des Electrification Action Plan auf Energieberater und Energiedienstleister 

Mit zunehmender Elektrifizierung steigt die Komplexität energetischer Entscheidungen. Künftig reicht es häufig nicht mehr aus, einzelne Technologien zu bewerten. Gefragt sind integrierte Lösungen, die beispielsweise 

  • Gebäudehülle,  
  • Heizsystem,  
  • Photovoltaik,  
  • Batteriespeicher,  
  • Ladeinfrastruktur,  
  • Energiemanagement,  
  • variable Stromtarife  

als Gesamtsystem betrachten. 

Damit wächst auch die Bedeutung unabhängiger Energieberatung und professioneller Energiedienstleistungen. Insbesondere Unternehmen werden zunehmend Partner benötigen, die technische, wirtschaftliche und regulatorische Aspekte gleichermaßen berücksichtigen. 

Netzbetreiber: Mehr Flexibilität statt ausschließlich mehr Infrastruktur 

Für Netzbetreiber bedeutet der Action Plan eine doppelte Herausforderung. Einerseits steigt der Bedarf an leistungsfähigen Stromnetzen. Andererseits sollen Netze künftig intelligenter genutzt werden. Digitale Steuerung, Lastmanagement und Speicher werden damit zu zentralen Bestandteilen der Netzplanung. 

Aus Sicht der DENEFF sollte sich diese Entwicklung auch in der Ausgestaltung der Netzentgelte widerspiegeln. Flexible Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Unternehmen, die Lastspitzen vermeiden oder ihre Nachfrage zeitlich verschieben, sollten künftig stärker entlastet werden.  Dies würde Investitionen in intelligente Energiesysteme zusätzlich fördern. 

Politik: Vom Ausbauprogramm zur Systemstrategie 

Auch für die Politik soll der Electrification Action Plan den Handlungsrahmen ändern. In der Vergangenheit wurde Energiepolitik häufig entlang einzelner Instrumente gestaltet: 

  • Ausbau erneuerbarer Energien,  
  • Energieeffizienz,  
  • Netzausbau und 
  • Industriepolitik.  

Der Action Plan zeigt dagegen einen integrierten Ansatz. Elektrifizierung soll künftig gemeinsam mit 

  • Flexibilität,  
  • Digitalisierung,  
  • Speichertechnologien,  
  • Energieeffizienz und  
  • Infrastrukturplanung  

entwickelt werden. 

Gerade diese sektorübergreifende Betrachtung dürfte die europäische Energiepolitik in den kommenden Jahren prägen. 

Vier Punkte, an denen der Action Plan aus DENEFF-Sicht nachgeschärft werden sollte 

Der Electrification Action Plan setzt wichtige Impulse. Gleichzeitig sieht die DENEFF in vier Bereichen konkreten politischen Nachbesserungsbedarf. 

1. "Energy Efficiency First" konsequent anwenden 

Das Prinzip Energy Efficiency First ist bereits europäisches Recht. Nach Auffassung der DENEFF sollte es künftig deutlich konsequenter bei 

  • Infrastrukturplanung,  
  • Förderprogrammen,  
  • Netzentgelten,  
  • Steuer- und Abgabenpolitik  

berücksichtigt werden. Nur so lassen sich unnötige Investitionen in zusätzliche Energieinfrastruktur vermeiden.  

2. Netzentgelte stärker an Effizienz und Flexibilität ausrichten 

Die angekündigte Reform der Netzentgelte bietet die Chance, Investitionen gezielt in systemdienliche Technologien zu lenken. 

Dazu gehören beispielsweise 

  • Batteriespeicher,  
  • Lastmanagement,  
  • intelligente Steuerung,  
  • Energiemanagementsysteme,  
  • flexible Industrieprozesse.  

Ein modernes Netzentgeltsystem sollte nicht allein den Stromverbrauch bewerten, sondern dessen Beitrag zur Stabilisierung des Energiesystems. 

3. Strompreissubventionen an Umsetzung von Effizienzmaßnahmen abhängig machen 

In der Übergangszeit ist davon auszugehen, dass das Strom-Gaspreis-Verhältnis von 3:1 auf 2:1 angepasst werden kann, indem auch der Strompreis noch stärker subventioniert wird. Dies ist zwar zentral, um von Investitionen in die Elektrifizierung anzureizen, gleichzeitig macht dies Effizienzmaßnahmen weniger wirtschaftlich.  

Aus diesem Grund sollten Strompreissubventionen an die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen geknüpft werden. So kann sichergestellt werden, dass zugleich Anreize für die Elektrifizierung und Steigerung der Energieeffizienz gesetzt werden. 

4. Leitmärkte für europäische Effizienztechnologien schaffen 

Europa verfügt bereits heute über zahlreiche Unternehmen, die innovative Lösungen für eine effiziente Elektrifizierung entwickeln. 

Dazu gehören unter anderem 

  • industrielle Wärmepumpen,  
  • Wärmespeicher,  
  • Gebäudeautomation,  
  • Pumpen,  
  • Armaturen,  
  • Dämmtechnologien,  
  • digitale Energiemanagementsysteme,  
  • Energiedienstleistungen.  

Aus Sicht der DENEFF sollte die europäische Industriepolitik diese Technologien gezielt stärken und Leitmärkte schaffen, damit Innovationen schneller skaliert werden können.  

Handlungsempfehlungen 

Aus den Zielen des Electrification Action Plans und den Empfehlungen der DENEFF lassen sich konkrete Handlungsschritte für Politik und Marktakteure ableiten. 

Akteur  Handlungsempfehlung 
EU und Mitgliedstaaten  Energy Efficiency First verbindlich in Infrastrukturplanung, Förderprogrammen und Regulierung verankern und Energiepreissubventionen an die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen küpfen. 
Industrie  Elektrifizierung frühzeitig mit Prozessoptimierung, Abwärmenutzung und Energiemanagement kombinieren. 
Wohnungswirtschaft  Sanierung, Wärmepumpen, Photovoltaik und Speicher als integrierte Modernisierungsstrategie planen. 
Netzbetreiber  Flexibilitätsoptionen systematisch in Netzplanung und Netzentgelte integrieren. 
Energiedienstleister  Neue Geschäftsmodelle wie Heat-as-a-Service, Decarbonization as a service, ausbauen, diskriminierungsfrei stellen und in nationalen Rahmenbedingungen stärken, sowie stärker in Transformationsstrategien einbinden. 

(Quelle: EU-Kommission Electrification Action Plan (2026); DENEFF-Stellungnahme zum Electrification Action Plan (2025))

Fazit 

Der Electrification Action Plan markiert einen wichtigen Wendepunkt der europäischen Energiepolitik. Er zeigt, dass Elektrifizierung künftig als Bestandteil einer umfassenden Strategie für Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung verstanden wird.

Autor: Clemens Buhr
Junior Policy Advisor Dekarbonisierung der Industrie Deneff e. V.
www.deneff.org
clemens-buhr-deneff

FAQ 

Was ist der Electrification Action Plan? 

Der Electrification Action Plan ist eine Strategie der Europäischen Kommission, mit der die Elektrifizierung von Gebäuden, Industrie und Verkehr beschleunigt werden soll. Ziel ist es, fossile Energieträger schrittweise zu ersetzen, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu stärken und die Abhängigkeit von Energieimporten zu reduzieren. Gleichzeitig soll der Anteil von Strom am Endenergieverbrauch in der EU bis 2040 deutlich steigen. 

Warum spielt Energieeffizienz im Electrification Action Plan eine so wichtige Rolle? 

Elektrifizierung erhöht den Strombedarf. Ohne zusätzliche Energieeffizienz steigen jedoch auch der Bedarf an Netzausbau, Erzeugungskapazitäten und Speichern sowie die Systemkosten. Energieeffizienz reduziert den Energiebedarf bereits an der Quelle und trägt dazu bei, Elektrifizierung bezahlbar und systemverträglich umzusetzen. Aus Sicht der DENEFF sollten deshalb Elektrifizierung und Energieeffizienz konsequent gemeinsam gedacht werden. 

Was bedeutet „efficient electrification"? 

„Efficient electrification" beschreibt einen Ansatz, bei dem fossile Technologien nicht nur durch elektrische Alternativen ersetzt werden, sondern gleichzeitig Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz umgesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise Gebäudesanierungen, Energiemanagement, Abwärmenutzung oder Lastmanagement. Ziel ist es, den zusätzlichen Strombedarf möglichst gering zu halten. 

Was bedeutet das Prinzip „Energy Efficiency First"? 

Das Prinzip „Energy Efficiency First" ist in der EU-Energieeffizienzrichtlinie verankert. Es besagt, dass vor Investitionen in neue Energieerzeugung oder Netzinfrastruktur geprüft werden soll, ob derselbe Nutzen kostengünstiger durch Energieeffizienz oder flexible Nachfragesteuerung erreicht werden kann. Damit wird Energieeffizienz zu einem zentralen Planungsprinzip der Energiewende. 

Welche Auswirkungen hat der Electrification Action Plan auf Unternehmen? 

Für Unternehmen eröffnet der Action Plan neue Investitions- und Fördermöglichkeiten, insbesondere für elektrische Prozesswärme, Wärmepumpen, Energiemanagement und Abwärmenutzung. Gleichzeitig steigen die Anforderungen, Energieeffizienz und Flexibilität frühzeitig in Investitionsentscheidungen einzubeziehen. Unternehmen, die ihre Prozesse ganzheitlich optimieren, können Energiekosten senken und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. 

Welche Bedeutung hat der Electrification Action Plan für den Gebäudesektor? 

Der Gebäudesektor soll künftig verstärkt auf Wärmepumpen, Photovoltaik, Batteriespeicher und intelligente Energiemanagementsysteme setzen. Die Europäische Kommission betont jedoch, dass diese Technologien möglichst mit energetischen Sanierungen kombiniert werden sollten. So lassen sich Stromverbrauch, Betriebskosten und Netzbelastung dauerhaft reduzieren. 

Welche Forderungen stellt die DENEFF zum Electrification Action Plan? 

Die DENEFF begrüßt die stärkere Ausrichtung auf eine effiziente Elektrifizierung, sieht jedoch in drei Bereichen Nachbesserungsbedarf: 

  • Das Prinzip „Energy Efficiency First" sollte konsequent bei Infrastrukturplanung und Förderprogrammen angewendet werden.  
  • Die Reform der Netzentgelte sollte effiziente und flexible Elektrifizierung gezielt belohnen.  
  • Energiepreissubventionen und Strompreissubventionen sollten an die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen geknüpft werden. 
  • Europa sollte Leitmärkte für Energieeffizienz- und Elektrifizierungstechnologien schaffen und Energiedienstleistungen stärker berücksichtigen.  

Warum ist der Electrification Action Plan auch industriepolitisch relevant? 

Der Action Plan verfolgt nicht nur klima- und energiepolitische Ziele. Er soll gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen stärken, die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten verringern und Investitionen in Zukunftstechnologien fördern. Damit verbindet er Energiepolitik zunehmend mit Industrie-, Innovations- und Standortpolitik. 

Weiterführende Quellen: