„Energie aus deutschen Landen“
Pressemitteilung vom 01.04.2026
Energie-Herkunftslabel für Konsumprodukte im Gespräch. DENEFF unterstützt Vorstoß
Berlin, 1. April 2026. Geschützte Herkunftsbezeichnungen wie Schwarzwälder Schinken, Fisch aus dem Nordatlantik oder Qualitätslabels wie „Made in Germany“ geben seit Langem Orientierung beim Einkauf. Nur bei einer entscheidenden Zutat fehlt diese Information bislang: der Energie. Sie steckt in jedem Produkt – doch woher sie kommt, bleibt meist unsichtbar.
Weil die Abhängigkeit der deutschen Industrie von teuren und zunehmend unsicheren Energieimporten hoch ist, wird in Fachkreisen deshalb über ein Herkunftslabel für die in Produkten steckende Energie diskutiert (siehe Abbildung). Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) unterstützt diesen Ansatz ausdrücklich, denn durch mehr Energieeffizienz bei der Produktion muss weniger Energie importiert werden.
Der Witz dabei: Hersteller sollen künftig ausweisen können, woher die Energie stammt, mit der ihre Produkte hergestellt wurden – ob überwiegend aus heimischen Quellen oder aus dem Ausland.
Energieherkunft als neues Label
Nach dem Vorschlag könnten Produkte künftig Angaben zur Energieherkunft ihrer Herstellung tragen, etwa Energie aus deutschen Landen, Energie aus europäischen Quellen oder Energie aus EU- und Nicht-EU-Ländern.
Ergänzend soll ein leicht verständliches Orientierungselement eingeführt werden: ein rechnerisches Energie-Haltbarkeitsdatum. Dieses Datum zeigt an, wie lange der Energiebedarf für die Herstellung eines Produktes rechnerisch allein aus heimischen Quellen gedeckt werden könnte. Je später dieses Datum im Jahr liegt, desto größer ist der Anteil heimischer Energie in der Produktion.
Aktuell: Heimische Energie hält bis Anfang Mai
„Klingt wie ein Aprilscherz, aber man kann sich das ein wenig wie an der Frischetheke vorstellen“, sagt Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der DENEFF. „Je später dieses Datum im Jahr liegt, desto mehr heimische Energie wurde gewissermaßen im Inland geerntet und im Produkt verarbeitet.“ Aktuell importiert Deutschland über zwei Drittel seiner Energie aus dem Ausland. Das Durchschnittsprodukt würde damit nach dem 5. Mai nicht mehr mit heimischer Energie erzeugt. Liefe das Energieherkunftslabel eines Produkts bereits am 1. April ab, würde es sich der Hersteller damit bei vielen Verbrauchern verscherzen – denn das bedeutet, dass sein Anteil importierter Energie überdurchschnittlich hoch ist.
Wer einen möglichst hohen Anteil heimischer Energie in seinen Produkten ausweisen will, kommt laut DENEFF an Energieeffizienz nicht vorbei. „Wer möglichst viel ‚Energie aus deutschen Landen‘ in seinen Produkten haben will, muss mit dieser begrenzten Energie besonders sorgfältig umgehen“, sagt Noll.
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Über die DENEFF
Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) ist ein unabhängiges, branchenübergreifendes Netzwerk von Vorreiterunternehmen und -organisationen, die ökonomisch und politisch für eine ambitionierte und effektive Energieeffizienzpolitik eintreten. Mit rund 250 Mitgliedsunternehmen ist die DENEFF das führende Energiewendenetzwerk in Deutschland. Weitere Informationen finden Sie unter www.deneff.org.