Gebäudemodernisierungsgesetz steht – für Investitionsschub braucht es mehr
Pressemitteilung vom 06. Juli 2026
Für Investitionsschub braucht es mehr
Berlin, 06. Juli 2026 – Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) begrüßt den Abschluss der Verhandlungen zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) im Deutschen Bundestag und die für diese Woche geplante Verabschiedung. Dadurch wird die Hängepartie um eine zentrale Leitplanke für den Gebäudesektor absehbar beendet.
Verpasste Chancen und verschobene Verantwortung
Im parlamentarischen Verfahren wurden jedoch Chancen verpasst, das Gesetz zielgerichtet nachzubessern und Regelungslücken des Regierungsentwurfs zu schließen. Insbesondere bleibt die Umsetzung der europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD) unvollständig.
„Die Verantwortung für das Erreichen von Klimazielen, Energiesicherheit und Bezahlbarkeit wird nun in vielen Aspekten an die Eigeninitiative von Immobilienbesitzern, Energieversorgern und an die kommunale Ebene weitergereicht", betont Henning Ellermann, Geschäftsführender Vorstand der DENEFF. „Umso wichtiger ist es jetzt, dass die betroffenen Akteure schnell die notwendige Unterstützung der Politik für die Umsetzung erhalten."
Wo der klare Orientierungsrahmen fehle, müssten alle Eigentümergruppen, Handwerk, Planende und Industrie großen Aufwand betreiben, um schnell zu zukunftssicheren Investitionsentscheidungen zu kommen. Die DENEFF erwartet daher von der Bundesregierung eine deutliche Kraftanstrengung bei der Kommunikation der neuen Regelungen, auch, um die dringend benötigten Konjunkturimpulse zu liefern. Allein an der energetischen Gebäudesanierung hängen in Deutschland 600.000 Arbeitsplätze und 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Immerhin zwei klare Orientierungspunkte für den Markt leitet das GModG aus EU-Vorgaben ab: Die energetisch schlechtesten Gebäude müssen mit Priorität ertüchtigt werden und Deutschlands Gebäude sollten in den nächsten 20 Jahren im Durchschnitt den Standard „Nullemissionsgebäude" erreichen. Dies bedeutet, dass ein bestimmter Energieeffizienzstandard erreicht wird und keine fossilen Emissionen am Gebäude mehr entstehen. Die DENEFF rät allen Gebäudebesitzerinnen und -besitzern dies bei der Planung von Instandhaltungsmaßnahmen oder Investitionen in den kommenden Monaten und Jahren mitzudenken, um auf der sicheren Seite zu sein und Kosten zu sparen.
Förderung wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor
Durch Abschwächung des gesetzlichen Rahmens gewinnen andere politische Instrumente nun weiter an Bedeutung. Insbesondere die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wird eine zentrale Rolle dabei spielen, die Modernisierung des Gebäudebestandes voranzubringen.
Die Förderung ist nicht nur ein wichtiges Instrument zur Erreichung der Klimaziele im Gebäudesektor. Sie setzt zugleich wesentliche Impulse für Zukunftsinvestitionen, stärkt die Bau- und Sanierungswirtschaft und mobilisiert privates Kapital. Kontinuität bei der Förderung bleibt daher von zentraler Bedeutung. Anpassungen sollten nur mit Augenmaß erfolgen und darf nicht zu weiterer Verunsicherung im Markt führen.
„Die von den Regierungsparteien versprochene ‚auskömmliche Finanzierung' der Förderung muss bedeuten, dass die Mittel langfristig gesichert sind und künftig eine steigende Anzahl an Sanierungsprojekten finanzieren. Nur so können zusätzliche privatwirtschaftliche Investitionen ausgelöst und die Modernisierung im Gebäudebestand weiter gestärkt werden", betont Henning Ellermann.
Das Gebäudemodernisierungsgesetz wird ein zentraler Baustein für die Transformation des Gebäudesektors bleiben. Aber eine sichere Förderung, Preissignale sowie klare Kommunikation und Beratung sind im Zusammenspiel jetzt noch wichtiger geworden.
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Über die DENEFF
Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) ist ein unabhängiges, branchenübergreifendes Netzwerk von Vorreiterunternehmen und -organisationen, die ökonomisch und politisch für eine ambitionierte und effektive Energieeffizienzpolitik eintreten. Mit über 200 Mitgliedsunternehmen ist die DENEFF das führende Energiewendenetzwerk in Deutschland.