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Innovationsprojekt

Energetische Mindeststandards für Bestandsgebäude entwickeln und politisch etablieren

Energetische Mindeststandards für Bestandsgebäude (MEPS)

Projektzeitraum

September 2020 bis August 2021

Die Akteure

Das Projekt wird gefördert von der European Climate Foundation (ECF)

Das Projekt

Dass zur Erreichung der Klimaziele die energetische Sanierung von Bestandgebäuden notwendig ist, steht außer Frage. Neben der Beratung und Förderung wäre die Vorgabe energetischer Mindeststandards für Bestandsgebäude einschließlich der Pflicht zur Sanierung ein absehbar hochwirksames Instrument der Politik – diese Erfahrung machen bereits andere Länder. Doch wie ließe sich der Ansatz politisch und praktisch bei uns umsetzen?

In einem Fachdialog und einer Studie haben wir die Erfolgschancen ausgelotet. Das Für und Wider einer solchen Maßnahme, konkrete Ideen zur Ausgestaltung und entscheidende Rahmenbedingungen waren die Themen eines lösungsoffenen Dialogs mit Stakeholdern aus Politik, Wissenschaft, Praxis und Verbänden. Eine begleitende Studie zeigt die Erfahrungen anderer Länder und wesentlichen Kriterien für eine erfolgreiche Umsetzung.

Hintergrund

Auf Gebäude entfallen rund ein Drittel des gesamten deutschen Energieverbrauchs und CO2-Emissionen. Um das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2045 zu erreichen, muss der Verbrauch über alle Gebäudearten signifikant gesenkt werden. Trotz umfangreicher Fördermittel für energetische Sanierungen, riesige Bandbreite bewährter Produkte, Technologien und Dienstleistungen bleiben die Sanierungsaktivitäten von Gebäudeeigentümern hinter den Erfordernissen zurück.

Um die Klimaneutralität auch im Gebäudesektor zu erreichen, sind neben den bestehenden Instrumenten dringend neue Ideen gefordert.

In Europa haben unter anderem Frankreich, England und die Niederlande schon erste Erfahrungen mit klaren Vorhaben für den maximalen Energieverbrauch von Gebäuden gesammelt. Diese Länder haben erkannt, dass die Wahrscheinlichkeit gewünschter Veränderungen steigt, wenn für verschiedene Gebäudearten und Eigentümergruppen individuelle Bestimmungen geschaffen werden.

So gehen wir vor

Auch in Deutschland eine offene Diskussion über Mindeststandards als politisches Instrument anzuregen, war das Ziel dieses Projekts.
Dazu haben wir Erfahrungsbeispiele aus anderen europäischen Ländern aufbereitet, einen Dialog über die Ausgestaltung und Wirkung initiiert und in einem breit angelegten Beteiligungsprozess auch eher kritisch gestimmte Stakeholder für einen solchen Ansatz gewinnen können.
Erfolgsentscheidend war hier der sensible Umgang mit den Beteiligten und ihren Positionen – der Gebäudeeigentümer auf der einen und der politischen Entscheidungsträge auf der anderen Seite.

Aus teils gegensätzlichen Forderungen entstanden erste Ideen zur Ausgestaltung von Mindeststandards. Als wesentlich erwies sich, dass zeitliche Zielvorgaben mit den Investitionszyklen der Immobilieneigentümer vereinbar sind und eine Technologieoffenheit gegeben ist.

Unterstützt von dem renommierten Regulatory Assistance Project (RAP) haben wir die wesentlichen Fakten und Argumente in einer Studie zusammengestellt.