Sorge um Gasversorgung: DENEFF schlägt Sofortpaket vor

Pressemitteilung vom 27.03.2026

Deutschland steht erneut vor der Entscheidung, wie die Erdgasspeicher für den kommenden Winter gesichert werden sollen.

Berlin, 27.03.2026 –Während der Speicherverband INES eine strategische Gasreserve in einer Größenordnung von rund 78 TWh ins Gespräch gebracht hat, schlägt die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) einen weiteren, dauerhaft günstigeren und wirksamen Ansatz vor: Die Aktivierung der eine „strategischen Effizienzreserve“.

Ein breites Bündel bereits einfacher Effizienzmaßnahmen könnte den Energieverbrauch in Deutschland in ähnlicher Größenordnung pro Jahr senken. Umso fataler ist aus Sicht der DENEFF, dass ausgerechnet parallel zur aktuellen Energiekrise zentrale Energiesparpolitiken wie das Gebäudeenergiegesetz oder das Energieeffizienzgesetz zur Disposition zu stehen scheinen. Eine Abschwächung dieser Instrumente wäre das falsche Signal zur falschen Zeit.

Heimische Wertschöpfung statt Energieimporte 
Eine physische Gasreserve von 78 TWh würde Schätzungen zufolge zwei bis vier Milliarden Euro zusätzlich kosten. „

Wir sollten nicht immer weiter Milliarden für den Import fossiler Energie aus dem Ausland binden, um damit Löcher in einem ineffizienten System zu stopfen“, sagt Christian Noll, Geschäftsführer der DENEFF.

Durch eine konsequente Effizienz-Offensive würde das Kapital weg von Energieimporten in die heimische Wertschöpfung gelenkt: in Handwerk, Ingenieursdienstleistungen und Technologien und Produkte „made in Germany and Europe“. Das entlastet Verbraucherinnen und Verbraucher und Bundeshaushalt dauerhaft und macht Unternehmen resilient gegenüber künftigen Preisschocks.

Die DENEFF betont, dass ein solches Maßnahmenpaket längst überfällig ist. Bereits im März 2022 legte die Initiative ein umfassendes Diskussionspapier für ein „Historisches Energiesparpaket“ vor.

„Wir zahlen jetzt die Rechnung für die politischen Versäumnisse der letzten Jahre. In Zeiten geopolitischer Unsicherheiten werden wir uns unserer Abhängigkeiten schmerzlich bewusst, doch daraus muss die Politik endlich Schlüsse ziehen und die Effizienzreserve aktivieren“, so Noll weiter.

Schnell umsetzbare Maßnahmen

Die DENEFF schätzt eine dauerhafte jährliche Entlastung aus einfachen, schnell umsetzbaren Maßnahmen in derselben Größenordnung, wie die der diskutierten Gasreserve. Etwa ein Drittel dieser Einsparungen ließe sich bereits innerhalb der ersten 12 Monate realisieren, die volle Wirkung nach spätestens zwei bis drei Jahren.

  • Gebäude: Heizungssteuerung und -optimierung oder andere schnell umsetzbare Maßnahmen für effizientere Gebäudetechnik und Gebäudehüllen könnten bis zu 10 TWh bereits im ersten Jahr einsparen.
  • Industrie: Effizientere Nutzung von Wärme und Strom (z.B. bei Druckluft, Prozesswärme, Abwärme und Antriebstechnik) aus vorliegenden Audits könnte die Resilienz ebenfalls bereits im ersten Jahr ebenfalls um bis zu 10 TWh steigern.
  • Verkehr: Weitere einfache Maßnahmen im Verkehrssektor könnten das Paket ergänzen und zusätzlich die Abhängigkeit von Ölimporten reduzieren.

Damit diese Potenziale schnell realisiert werden, schlägt die DENEFF vor, vor allem bestehende Effizienzanforderungen konsequent umzusetzen und gerade jetzt nicht aufzuweichen; Förderprogramme zu vereinfachen sowie Energiedienstleister und Contracting-Modelle, die die Umsetzung beschleunigen können, endlich bei Förderung und Vorgaben mit der Eigenumsetzung gleichzustellen.

Die möglichen Maßnahmen können dabei aus einem breiten Fundus an schnell umsetzbaren Maßnahmen schöpfen. Im Rahmen der Konsultation zum Kraftwerkssicherheitsgesetz hatte die DENEFF 2024 noch höhere Einsparpotenziale (damals weit über 100 TWh mit Fokus auf den Kraftwerkspark) dargestellt.

Fazit: Effizienz ist nationale Sicherheit 

„Energieeffizienz ist nationale Sicherheit“, erklärt Noll weiter. „Gerade deshalb wäre es ein gefährliches Signal, bestehende Effizienzregeln jetzt zu schwächen. Wer über strategische Gasreserven diskutiert und gleichzeitig Effizienzgesetze aufweicht, spielt mit der Versorgungssicherheit.“

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Über die DENEFF

Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) ist ein unabhängiges, branchenübergreifendes Netzwerk von Vorreiterunternehmen und -organisationen, die ökonomisch und politisch für eine ambitionierte und effektive Energieeffizienzpolitik eintreten. Mit rund 250 Mitgliedsunternehmen ist die DENEFF das führende Energiewendenetzwerk in Deutschland. Weitere Informationen finden Sie unter www.deneff.org.