DENEFF kritisiert Griff in Klimafonds
Statt Kernhaushalt mehr Gebäude sanieren!
Pressemitteilung vom 15. Juli 2026
Berlin, 15. Juli 2026 – Das Bundeskabinett hat heute die Finanzplanung des Klima- und Transformationsfonds (KTF) für 2027 beschlossen. Nächstes Jahr sollen 2,7 Milliarden Euro aus den Einnahmen des europäischen Emissionshandels ETS 1 nicht mehr dem KTF, sondern dem Kernhaushalt zufließen.
Auch für die Folgejahre sind entsprechende Mittelverschiebungen vorgesehen. Die Bundesregierung entziehe dem Klima- und Transformationsfonds Milliarden, die dringend für Investitionen in energieeffiziente Gebäude benötigt werden.
„Statt Einnahmen aus dem Emissionshandel zum kurzfristigen Stopfen von Haushaltslöchern zu verwenden, sollte die Regierung damit private Investitionen in die Gebäudesanierung anstoßen.“, fordert Christian Noll, Geschäftsführender Vorstand der DENEFF.
Langfristige Investitionen statt kurzfristige Haushaltsverschiebungen
Mit der Verschiebung sinken die verfügbaren Mittel für zentrale Förderprogramme wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Die DENEFF plädiert dafür, dass die Einnahmen aus dem ETS 1 stattdessen gezielt eingesetzt werden, um über Förderung Investitionen in energieeffiziente Gebäude und Unternehmen anzureizen. Das stärkt die heimische Wirtschaft, senkt Energiekosten und schafft lokale Wertschöpfung.
Die 2,7 Milliarden Euro, die allein 2027 aus den ETS-1-Einnahmen in den Kernhaushalt verschoben werden sollen, könnten die beschlossenen Kürzungen in der BEG bis 2030 vollständig ausgleichen. Diese Kürzungen drohen gerade einkommensschwache Mieterinnen und Mieter in Mehrfamilienhäusern zu treffen, warnt Noll. Sie lebten besonders häufig in energetisch schlechten Gebäuden, zahlten hohe Heizkosten und seien auf Investitionen ihrer Vermieter angewiesen. Diese Investitionen könnten nun in vielen Fällen ausbleiben.
„Die Mittel sind da – aber künftig in einem anderen Topf. Damit fehlen sie genau dort, wo sie diese Menschen dauerhaft von hohen Energiekosten entlasten könnten.“, so Noll.
Auch die geplanten Kürzungen im Bereich Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe treffen die Wirtschaft in einer Zeit, in der jetzt strategische Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen notwendig sind. Erst sie machen Unternehmen unabhängiger von fossilen Importen, federn extreme Preisschocks ab und steigern damit die Handlungs- und Wettbewerbsfähigkeit.
„Statt Investitionen anzureizen, kürzt die Bundesregierung den Unternehmen bei einem Programm, dass jetzt gebraucht wird, um die Investitionsfähigkeit zu stärken in den Standort Deutschland,“ so Christian Noll, Geschäftsführender Vorstand der DENEFF.
Zudem vermisst die DENEFF das im Klimaschutzprogramm angekündigte neue Förderprogramm zur Unterstützung der Elektrifizierung der Industrie im KTF.
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Über die DENEFF
Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) ist ein unabhängiges, branchenübergreifendes Netzwerk von Vorreiterunternehmen und -organisationen, die ökonomisch und politisch für eine ambitionierte und effektive Energieeffizienzpolitik eintreten. Mit über 200 Mitgliedsunternehmen ist die DENEFF das führende Energiewendenetzwerk in Deutschland.