Energieeffizienz wird zum Sicherheitsfaktor

Pressemitteilung vom 3. September 2026

Nur 125 Tage heimische Energie: Energieeffizienz wird zum Sicherheitsfaktor. Energieeffizienz als „First Fuel of Security“ in Energiesicherheits-, Industrie- und Verteidigungspolitik verankern

Deutschland geht in den Herbst mit ungewöhnlich niedrigen Gasreserven. Auch insgesamt bleibt Deutschlands Energieversorgung strukturell von Importen abhängig: 2025 deckten Energieimporte zwei Drittel des Primärenergieverbrauchs ab. Rechnerisch reichten die heimischen Energiequellen damit nur für 125 Tage des Jahres – bis zum 5. Mai 2026.

Angesichts geopolitischer Risiken, anhaltender Störungen der globalen Energieversorgung und Energielieferketten fordern die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) und die European Initiative for Energy Security (EIES), Energieeffizienz als strategischen Baustein von Energiesicherheit und Resilienz zu verankern. Ein neuer, gemeinsamer Policy Brief der Organisationen verdeutlicht: Jede eingesparte Kilowattstunde reduziert Importabhängigkeiten, entlastet kritische Infrastruktur und stärkt Deutschlands strategische Handlungsfähigkeit.

„Energieeffizienz ist weit mehr als Klimaschutz. Sie ist ein strategischer Faktor zur Reduzierung von Energieabhängigkeiten. Wer den Energiebedarf senkt, muss weniger Energie importieren, transportieren und im Krisenfall absichern“, sagt Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der DENEFF.

Energieimport-Abhängigkeit ist zu einem Sicherheitsrisiko geworden. Versorgungssicherheit beschränkt sich nicht auf neue Lieferanten und Lieferrouten oder zusätzlichen Reserven. Sie beginnt damit, unseren Energiebedarf strukturell zu senken. Energieeffizienz ist eine unverzichtbare strategische Sicherheitsressource für Deutschland und Europa.“, sagt Dr. Sabrina Schulz, Germany Director der European Initiative for Energy Security (EIES).

Weniger Energiebedarf macht Infrastruktur und Verteidigung resilienter

Diversifizierung kann Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten und Transportwegen verringern, beseitigt jedoch nicht die strukturelle Importabhängigkeit. Energieeffizienz senkt den Gesamtenergiebedarf und stärkt damit zugleich die strategische Autonomie, die Resilienz der Energieinfrastruktur und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie.

Ein geringerer Energiebedarf entlastet insbesondere die Stromnetze, erleichtert den Umgang mit Störungen und reduziert den Bedarf an zusätzlicher Erzeugungskapazität, Netzausbau und strategischen Reserven. Auch militärische Infrastruktur kann profitieren: Energieeffiziente Kasernen, Krankenhäuser und Führungszentren bleiben bei Störungen der Energieversorgung leichter funktionsfähig und benötigen weniger logistische Versorgung mit Öl und Gas.

„Energieeffizienz schafft Handlungsspielräume in der Krise. Wenn kritische Infrastruktur weniger Energie benötigt, sinkt ihre Verwundbarkeit“, so Christian Noll.

Energieeffizienz schützt Europas industrielle Stärke

Energieeffizienzlösungen für Industrie und Gebäude sind zum einen ein strategischer Wirtschaftsfaktor, denn europäische Unternehmen haben hier weiterhin die Technologieführerschaft. Diesen Vorsprung gilt es angesichts der Ressourcenabhängigkeit Europas auszubauen. Allein in Deutschland sichert die Energieeffizienzbranche mehr als eine Million Arbeitsplätze. Allein die jährlichen Investitionen in die energieeffiziente Modernisierung des Gebäudebestands entsprechen 2,5 % des Bruttoinlandsprodukts. Zum anderen ist jeder in die Effizienzsteigerung deutscher Produktionsstandorte investierte Euro auch ein Beitrag zur Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit.

„Efficiency First“ als Teil der Sicherheitsstrategie

DENEFF und EIES drängen deshalb darauf, Energieeffizienz systematisch in Energie-, Industrie-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu verankern. Dazu gehören ein „Efficiency First“-Ansatz bei öffentlichen Planungs- und Förderentscheidungen, die konsequente Umsetzung des Energieeffizienzgesetzes und eine Energiesicherheitsstrategie, die Energieeffizienz ausdrücklich als strategische Ressource anerkennt.

Mehr Informationen: Policy Brief „The First Fuel of Security: Energy Efficiency and Germany’s Path to Strategic Resilience“

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Über die DENEFF

Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) ist ein unabhängiges, branchenübergreifendes Netzwerk von Vorreiterunternehmen und -organisationen, die ökonomisch und politisch für eine ambitionierte und effektive Energieeffizienzpolitik eintreten. Mit über 200 Mitgliedsunternehmen ist die DENEFF das führende Energiewendenetzwerk in Deutschland.