Monitoring-Bericht macht deutlich: Ohne Energieeffizienz ist die Energiewende im Blindflug

Pressemitteilung vom 15. September 2025 

Energieeffizienz ist große Black Box im Bericht, kritisiert DENEFF

Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e. V. (DENEFF) begrüßt, dass die Bundesregierung mit dem neuen Monitoring-Bericht die Entwicklung des Strombedarfs unter aktuellen Rahmenbedingungen umfassend analysieren möchte. Aus Sicht der DENEFF greift der Bericht jedoch entscheidend zu kurz: Energieeffizienz, der wesentliche Baustein für die Entwicklung des Energie- und Strombedarfs und der zentrale Hebel, um die Energiewende tatsächlich kosteneffizient zu gestalten, wird zwar als wichtig anerkannt, wird aber wie eine unbekannte Größe behandelt.

Die Potenziale werden weder beziffert noch bei den Handlungsempfehlungen systematisch berücksichtigt. Damit liefert der Bericht selbst das deutlichste Signal: Ohne eine konsequente Ausrichtung auf Energieeffizienz wird die Energiewende unnötig teuer, riskant und langsam.

„Solange Energieeffizienz im Monitoring nur als Black Box behandelt wird, fehlt ein zentrales Puzzlestück. Genau genommen zeigt der Bericht selbst, dass die Bundesregierung die Effizienzfrage viel stärker in den Blick nehmen muss."

Das Leitprinzip Efficiency First ist entscheidend, weil es die Erneuerbaren-Ziele schneller, günstiger und sicherer erreichbar macht. Politikentscheidungen, vom Bundeshaushalt bis zu den anstehenden Novellen des Gebäudeenergiegesetzes und des Energieeffizienzgesetzes, müssen endlich daran ausgerichtet werden", sagt Henning Ellermann, geschäftsführender Vorstand der DENEFF.

Blinder Fleck Energieeffizienz

Der Bericht erkennt an, dass Gebäudesanierungen und Energieeffizienz eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des Strombedarfs spielen. Gleichzeitig heißt es aber ausdrücklich, dass das Energieeffizienzgesetz nicht Gegenstand der Untersuchung ist. Damit bleibt Effizienz in den Szenarien eine große Unbekannte – statt eine klar bezifferte Ressource.

An einer der wenigen Stellen, an denen der Bericht Energieeffizienz erwähnt, wird sogar behauptet, dass Effizienz den Ausbau der Erneuerbaren hemmen könne – allerdings ohne Belege. Tatsächlich zeigen aktuelle Daten und Studien das Gegenteil: Laut Umweltbundesamt hätte der Anteil erneuerbaren Stroms 2024 ohne Effizienzgewinne nur bei 41,3 % statt bei 54,4 % gelegen – 13 Prozentpunkte niedriger.

Eine IÖW-Studie im Auftrag der DENEFF verdeutlicht, dass vielmehr die Dekarbonisierung der Energieversorgung auf Effizienz nicht verzichten kann: Ohne Gebäudesanierung müssten umgerechnet fast 200 zusätzliche Gaskraftwerke (je 500 MW) gebaut werden, nur um den steigenden Strombedarf zu decken. Eine Studie der Hochschule Niederrhein belegt dies auch für die Industrie: Energieeffizienz kann hier so viel Energie einsparen, dass der Bedarf für zahlreiche fossile Großkraftwerke entfällt.

Appell der DENEFF

Mit dem Monitoringbericht wurde eine unvollständige Analyse der Energiewende vorgelegt. Weil Energieeffizienz darin nur als „unbekannte Größe" behandelt wird, bleibt die Perspektive unvollständig.

„Nur wenn Energieeffizienz, wie im Koalitionsvertrag ausdrücklich angekündigt, tragende Säule der Energiewende ist, gelingt es, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaschutz in Einklang zu bringen.", betont Ellermann.

_______

Über die DENEFF

Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) ist ein unabhängiges, branchenübergreifendes Netzwerk von Vorreiterunternehmen und -organisationen, die ökonomisch und politisch für eine ambitionierte und effektive Energieeffizienzpolitik eintreten. Mit rund 250 Mitgliedsunternehmen ist die DENEFF das führende Energiewendenetzwerk in Deutschland. Weitere Informationen finden Sie unter www.deneff.org.